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Mónica Crespo, Portugal

Monica Crespo

War vom 7. bis zum 22. November 2011 im Ashram

"Uns selbst finden, sich ausruhen, entspannen, alleine sein, in der Gruppe leben, meditieren, beten, neue Leute treffen oder nur, um rauszufinden wie es ist...die Gründe für einen Ashrambesuch können vielseitig und subjektiv sein, genauso wie die Vorstellung darüber, was uns umgibt. In meinem Fall war es das Bedürfnis einige Zeit alleine zu verbringen, fern von meiner täglichen Routine und Menschen, die ich jeden Tag sehe und höre, fern von dem, was ich kenne und tue, hinein in ein Land, welches mich sanft, aber sicher in sein Inneres gerufen hatte.

Den Jaisiyaram Ashram habe ich zwar auch wegen den Yogastunden, den ayurvedischen Massagen und dem Essen ausgesucht, aber in erster Linie wegen seinem Wohltätigkeitsprojekt, welches Kindern die Möglichkeit bietet in die Schule zu gehen und sich zu bilden. Ich hatte mir nicht viele Erwartungen ausgemalt, da die Regeln und Prinzipien von Ashram zu Ashram variieren können.

Ich glaube, wenn wir wirklich glücklich sein wollen, hängt dies nur von uns selbst ab, aber wie dieser Ort mich gelehrt hat, gibt es Menschen und Orte, die uns dabei helfen können glücklich zu sein. Dieser magische und ruhige Ort. Es hängt alles ab von unserem Willen, unseren Bedürfnissen und von unserem Wissen darüber, was uns fehlt. In Shree Bindu Sewa Sansthan fand ich die Liebe und Gott in den Augen von Kindern, ich fand eine Familie, die mir erlaubte ein Teil ihrer Routine zu sein, die mir köstliche Rezepte beibrachte und mich an bereichernden Aktivitäten teilnehmen ließ. Wenn du dies aber nicht möchtest oder dich einfach nicht wohlfühlst mit dieser Art von Teilen, dann hast du auch die Freiheit und deinen Freiraum, zu tun und sein, was immer du willst.

Von Tag zu Tag änderten sich einige Dinge: ich fühle, berühre, rieche, sehe, höre, lächele, weine, lache, denke, entspanne und würdige alles mit einer anderen Art von Liebe und Intensität. Es ist eine konstante Meditation. Dort haben wir die Möglichkeit die Kinder in der Schule und die beeindruckende Arbeit in der Gegend zu sehen, obwohl noch viel zu tun ist, aber mit dem guten Willen von uns allen können wir uns beteiligen, sodass die Kinder in besseren Klassenzimmern und in besser ausgestatteten Schulen lernen können.

Wir können bei ihren morgendlichen Yogaübungen teilnehmen oder uns daran erfreuen, sie bei ihren traditionellen Spielen, wie wir sie alle aus unserer Kindheit kennen, zu betrachten. Es ist unmöglich das zu vergessen. Wir können sehen, wie sie höflich in einer Reihe sitzen und sich mit geschlossen Augen für das Essen an diesem Tag bedanken. Im Ashram können wir auch mit den ansässigen Kindern leben. Der lange Flur draussen, welcher von Gärten umgeben ist, lädt zum meditativen Spaziergang ein.

In einer chaotischen Stadt wie Vrindavan erscheint dieser Ort magisch, ruhig, angenehm und obwohl Vrindavan mehr als 5000 Tempel hat, scheint ironischerweise der Ashram der heiligste Ort zu sein.

Ich habe mit Yoga, ayurvedischen Massagen und Essen zu einem neuen Lebensstil gefunden. Zuvor habe ich wie jedes menschliche Wesen durch Mund und Nase geatmet, aber nun scheint es mir, als ob ich durch den ganzen Körper, durch jede Pore atme. Als Yogaanfänger dachte ich, dass sich mein Körper nicht mehr dehnen könnte, ich wollte lediglich meine Elastizität beibehalten, aber bereits nach zwei Wochen war ein deutlicher Fortschritt zu bemerken. Nun praktiziere ich jeden Morgen Yoga. Das erste, was ich kaufte, nachdem ich in Portugal zurück war, war eine Yogamatte. Was das Essen betrifft, so ist es kaum möglich, den Geschmack in Worte zu fassen, da keine scharfen Gewürze verwendet werden, konnten wir von jeglichen Nahrungsmitteln den natürlichen Geschmack wahrnehmen. Sogar die indischen Süßigkeiten sind anders und köstlich.

Ich bin so froh, dass ich diesen Ort entdeckt habe, nun habe ich realisiert, dass es nichts war, dass ich genoss und was nun vorbei ist, es ist etwas, dass ich lerne, mitgenommen habe und für immer beibehalte. Es ist auch ein Ort, um zurückzukommen. Wenn wir die Straßen entlang laufen, merken wir, dass sehr oft der Satz "Ich habe mein Herz in Vrindavan gefunden" verwendet wird. Ich glaube, das hat jemand geschrieben, der das Gleiche wie ich erlebt hat."

Mónica Crespo

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